Der Sonntagabend beginnt mit einer einstündigen Suche nach einem Restaurant – schließlich kehren wir bei einem Mexikaner direkt gegenüber vom Hotel ein. Wir genießen das Essen und zum Abschluß gibts noch ein kleines Schmankerl zum Beguß unseres gemeinsamen Probezeitendes. Recht früh fallen wir hundemüde in die Betten.
Am Montag fahren wir endlich unsere erste Station an. So ein Firmencampus ist riesig, anders läßt sich das nicht beschreiben. Wir machen erste Bekanntschaft mit amerikanischer Cuisine, ansonsten Orientierungslauf, bei Kollegen vorbeischauen, um ihren Mails endlich Gesichter zuordnen zu können.
Am Nachmittag ein Training mitgenommen, abends im Shuttle der Todesmutigen zurück nach San Francisco. Der Abend beschließt sich früh, mir ist nicht ganz klar, ob das ein verspäteter Jetlag oder Nachwirkungen der Steaknarkose sind.
Dienstag früh eilen wir wieder zum Shuttle, diesmal aber per Taxi – langsam verliert die Lauferei an Reiz, und die … Sehenswürdigkeiten an der Strecke lassen zu wünschen übrig – doch später mehr. Tagsüber im Büro nutzen wir die Gelegenheit, noch mehr Leute zu treffen und kennen uns langsam fast aus; wenigstens laufen wir nicht mehr im Dreiviertelkreis um den Campus um von A nach B zu kommen. Wir finden ein Restaurant, dass unseren europäisch-verwöhnten Gaumen mehr zuspricht als das sehr amerikanische, dass den Hauptcampus versorgt (dort gibts auch weitere kleinere Restaurants, die sich nicht verstecken brauchen). Die Rückreise mit dem Shuttle ist im Vergleich überraschend ruhig, zumindest habe ich keine Anflüge von Achterbahn-Übelkeit. Am Abend in der Hotelbar gabs noch zwei Mojito, doch die Enge ist nicht einladend. Schließlich gehen wir wieder ins Bett.
Mittwoch – man glaubt es kaum – mit dem Shuttlebomber zurück auf den Campus, lecker Frühstück; da wir mittlerweile die vernünftigen Espressomaschinen verortet haben, auch mit Kaffeegenuß. Patrick verschlägts ins Meeting, meins fällt krankheitsbedingt aus. Trotzdem mache ich ein bißchen Standby für die Kollegen, am Nachmittag noch ein interessantes Gespräch mit Input, der bis morgen reicht. Diesmal kehren wir etwas früher zurück – weil in der Stadt gerade eine unspezifizierte 'Convention' ist, haben wir kein durchgängig buchbares Hotel bekommen.
Wir ziehen um vom 5-Sterne-Clift nahe des Union Square in das Castle Inn Motel. Das Motel ist ein wenig angestaubt und schlicht; aber: Die Empfangsdame gibt uns einen schnellen Überblick auf dem kostenlosen Stadtplan, dabei streicht sie die Gegend durch, die man meiden soll – genau die Ecke, die wir morgens und abends regelmäßig zum Shuttle-Pickup durchquert haben! – empfiehlt Ecken, an denen man Restaurants findet und gibt uns Tipps für eine ganze Woche San-Francisco-für-Touristen. Sehr nett, leider in der falschen Reihenfolge.
Ach, und hier ist das WLAN umsonst und das Firmen-VPN funktioniert – für den halben Service hat man im 5-Sterne-Bunker nochmal draufgezahlt.
Mal sehen, was uns die Polk Street heute abend noch bietet.