USB<->Serial Console unter Leopard

27 May 2008
Das letzte mal habe ich mich 2005 mit dem Thema serieller Schnittstellen an Macs beschäftigt, und jetzt ergibt sich für mich eine vergleichbare Aufgabe wieder.

Ich habe einen USB-Serial-Adapter von Prolific, der unter Leopard aber nicht nativ unterstützt wird – nach ein paar lustigen Versuchen, mit minicom auf zufällig ausgewählte ttys zuzugreifen (spassig, wenn das dann keystrokes auffrisst, und das absetzen eines 'killall minicom' schwierig wird), habe ich mich nochmal umgesehen und bin letzten Endes auf eine opensource-Implementierung eines Treibers für USB-Serial-Adapter auf Basis des PL-203 Chips gestoßen, der zwar offiziell nur für 10.4 freigegeben ist, aber unter Leopard tut.

Darüberhinaus: Es ist nicht notwendig, wie früher minicom zu installieren, Leopards screen kann auch als serielle console dienen: „screen /dev/cu.PL2303-0000101D 9600“ tut fleißig seinen Dienst …

Zwei Tage mit CSS

11 May 2008
Weil ich gerade mal wieder ein bißchen an meinem Buchprojekt bastle, LaTeX mich nervt und OpenOffice mir die Stil-Einstellungen zu wüst macht, beschäftige ich mich derzeit mit PrinceXML, einem … ja, was ist es eigentlich … offline XML/XHTML und CSS-Renderer. Mit anderen Worten: Ich schmeiße PrinceXML eine CSS-Definition und eine XML- oder (X)HTML-Datei hin, und es kommt ein PDF (12.5MB, vorsicht!) dabei raus.

"Zwei Tage mit CSS" vollständig lesen

Linkdump

07 May 2008
für Onno: what they didn't tell you about REIGN.

für KRI: Why Tomb of Horrors is the best module ever.

(Grrrr. Warum benutzt niemand mehr Trackbacks? Ist dieses feature schon totgespamt worden?)

„Play Unsafe“ von Graham Walmsley oder „Stating the Obvious“

03 May 2008
Ich habe in meiner Karriere als Edelrollenspieler schon so einige Texte gelesen, von denen die Leute entweder fälschlicherweise behaupten, dass sie Heilsbringer in allen Rollenspielfragen sind, oder die tatsächlich voller guter Ratschläge stecken, aber den Lesern kaum zugestehen, selbst eine Idee davon zu haben, was sie tun oder wollen. Einige der Klassiker sind mittlerweile schon recht verstaubt, wie ihre geschätzten Autoren auch zugeben.

Graham Walmsley's Play Unsafe ist etwas neuer auf dem Markt; und es fußt zu guten Teilen auf Keith Johnstone's IMPRO und Impro for Storytellers.

Bevor sich jetzt die geschätzte Abenteuerspielerschaft aufregt: Es geht in diesem Werk nicht darum, das Rollenspiel zu einer Kunstform zu erhöhen – genau das Gegenteil ist der Fall. Es werden Techniken beschrieben, mit denen man die erzählerische Komponente des Spiels bereichern kann, und wie man verkrampftes Gestammel vermeidet.

Das Design des Textes ist sehr klar und übersichtlich, die 80 Seiten hätten locker auch auf um die 50 gepaßt, aber dann wäre es ein gut bestelltes Bleifeld gewesen. Ich konnte ihn am Stück in einer Stunde am Rechner lesen, ohne dass mir die Augen schmerzten; dafür gibts schonmal ein Plus. Die einzelnen Kapitel geben je einen kurzen Überblick, worum es geht, welche Techniken vorgestellt werden, und wem sie helfen.

Angereichert ist das ganze durch Beispiele und Gegenpositionen oder Ausnahmen, in denen die vorgestellten Techniken umgekehrt oder in Frage gestellt werden. Diese angenehme Zurückhaltung zieht sich durch den ganzen Text, und deswegen ist es sehr leicht, die vorgeschlagenen Techniken und Verfahren wenigstens zu durchdenken. Es ist auch sehr angenehm, dass Graham Walmsley nirgends behauptet, ihm sei all das in einem genialen Geistesblitz eingefallen: Er nennt Inspirationen, Beispiele aus echten Runden, und mögliche Probleme.

Viele der vorgeschlagenen Erzähl- und Storytechniken kenne ich aus Runden mit guten Spielern. Als Referenz für die kritische Selbstreflektion und als Lehrtext für Leute, die gerade erst beginnen, sich eingehender mit Rollenspiel zu beschäftigen eignet sich Play Unsafe aber trotzdem. Ich erwarte zwar, dass man häufig genug feststellt „Hey, das kenn ich schon!“, aber das halte ich für einen Bonus. Genauso gibts auch Dinge, bei denen man „Das würd ich nie tun!“ sagt, aber auch dem läßt Walmsley Raum.

Alles in allem: Kaufempfehlung. Die neun US-Dollar fürs PDF isses wert.
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